Welchen Sinn haben AM-Radiosender, wenn es FM gibt?

Zweck von AM-Radiosendern trotz UKW:

1. Abdeckung und Reichweite:

  • AM-Radio (Amplitudenmodulation): AM-Signale haben unter bestimmten Bedingungen eine bessere Abdeckung, insbesondere nachts und über große Entfernungen. AM-Signale können sich über die Erdoberfläche ausbreiten und von der Ionosphäre reflektiert werden, was Übertragungen über große Entfernungen ermöglicht.
  • FM (Frequenzmodulation) Radio: FM-Signale sind im Allgemeinen auf die Übertragung in Sichtweite beschränkt und ihre Reichweite wird vom Gelände beeinflusst. In Berg- oder Stadtgebieten kann es zu Signalblockaden kommen.

2. Atmosphärische Interferenz:

  • AM-Radio: Während AM-Signale durch atmosphärisches Rauschen und Interferenzen beeinträchtigt werden können, sind sie möglicherweise weniger anfällig für bestimmte Arten atmosphärischer Störungen, wie z. B. Gewitter.
  • UKW-Radio: UKW-Signale sind anfälliger für atmosphärische Störungen, insbesondere unter Bedingungen mit hoher Feuchtigkeit, beispielsweise bei Regen oder Gewitter.

3. Durchdringung von Hindernissen:

  • AM-Radio: AM-Signale können Hindernisse wie Gebäude und Hügel durchdringen und eignen sich daher für städtische Umgebungen mit hohen Gebäuden, die FM-Signale behindern können.
  • UKW-Radio: UKW-Signale werden eher durch Hindernisse blockiert, was in städtischen Umgebungen oder Gebieten mit geografischen Herausforderungen zu Signalausfällen führen kann.

4. Kosten und Infrastruktur:

  • AM-Radio: Die AM-Rundfunkinfrastruktur ist im Allgemeinen kostengünstiger und schon seit längerer Zeit vorhanden. Dies macht es für Sender zugänglich, insbesondere in Regionen, in denen der Aufbau einer neuen UKW-Infrastruktur wirtschaftlich schwierig sein könnte.
  • UKW-Radio: Während die UKW-Technologie eine bessere Klangqualität bietet, kann der Aufbau und die Wartung der UKW-Rundfunkinfrastruktur teurer sein.

5. Notfalldurchsagen:

  • AM-Radio: AM-Radiosignale können große Entfernungen zurücklegen, was sie für Notfallübertragungen und die Bereitstellung von Informationen über ein größeres Gebiet bei Katastrophen oder Notfällen wertvoll macht.
  • FM-Radio: FM-Signale decken aufgrund ihrer begrenzten Reichweite in Notfällen möglicherweise kein so großes Gebiet ab, was AM-Radio zu einer zuverlässigen Option für die Verbreitung wichtiger Informationen macht.

6. Nischeninhalte und -formate:

  • AM-Radio: Einige Radiosender, insbesondere Talkradio-, Sport- und Nachrichtenformate, finden im AM-Band ein Nischenpublikum. AM wird oft für spezielle Inhalte gewählt, die möglicherweise nicht die hohe Wiedergabetreue von FM erfordern.
  • FM-Radio: FM wird aufgrund seiner hervorragenden Klangqualität für Musikformate bevorzugt und ist daher die erste Wahl für Mainstream-Musiksender.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass UKW-Radio zwar eine hervorragende Klangqualität bietet und häufiger für Musikübertragungen verwendet wird, AM-Radio jedoch aufgrund seiner erweiterten Abdeckung, Widerstandsfähigkeit gegenüber bestimmten atmosphärischen Bedingungen, Kosteneffizienz und Eignung für bestimmte Inhaltsformate weiterhin einen Zweck erfüllt. Die Koexistenz von AM- und FM-Radio ermöglicht es Rundfunkveranstaltern, unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen und unterschiedliche Herausforderungen bei der Signalverbreitung zu bewältigen.

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